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Dental Restorations & Applications

Prosthetic solutions such as crowns, bridges, veneers, and implants designed to restore function and appearance in clinical dentistry.

Kieferorthopädische Grundlagen – Fehlstellungen, Zahnspangen, durchsichtige Aligner

Überblick

Die Kieferorthopädie ist ein spezialisiertes Teilgebiet der Zahnmedizin, das sich mit der Diagnose, Prävention und Korrektur von Malokklusionen befasst – also der Fehlstellung von Zähnen und Kiefern, die Funktion, Ästhetik und die orale Gesundheit beeinflusst. Ziel der kieferorthopädischen Behandlung ist es, die Harmonie zwischen Zähnen, Zahnbögen und Kieferstrukturen durch die kontrollierte Anwendung von Kräften über einen bestimmten Zeitraum zu verbessern. 

Malokklusion

Malokklusion bezeichnet ein unvollkommenes Verhältnis zwischen Ober- und Unterzähnen beim Zusammenbiss der Kiefer. Sie kann unregelmäßige Abstände, Engstände, Tiefbiss, Rückbiss, Vorbiss oder Kreuzbiss umfassen und das Kauen, die Sprache sowie die Gesichtssymmetrie beeinträchtigen. 

Klassifikation der Malokklusion

Das am weitesten verbreitete Klassifikationssystem basiert auf der Angle-Klassifikation, die Malokklusionen anhand der Molarenrelation einteilt:

  • Klasse I: Normale Molarenrelation bei Fehlstellung einzelner Zähne
  • Klasse II: Oberkieferzähne deutlich vor den Unterkieferzähnen
  • Klasse III: Unterkieferzähne vor den Oberkieferzähnen 

Bei der Behandlungsplanung werden sowohl funktionelle als auch ästhetische Aspekte berücksichtigt, und nicht jede Malokklusion erfordert eine Korrektur, sofern weder die orale Funktion noch die Patientenzufriedenheit beeinträchtigt sind. 

Kieferorthopädische Apparaturen

In der kieferorthopädischen Behandlung kommen verschiedene Apparaturen zum Einsatz, um kontrollierte Kräfte auszuüben, die Zähne schrittweise bewegen und Kieferrelationen anpassen.

Festsitzende Zahnspangen

Festsitzende Zahnspangen sind die klassischen Apparaturen, die in den meisten kieferorthopädischen Behandlungen verwendet werden. Sie bestehen aus:

  • Brackets, die auf die Zähne geklebt werden
  • Bögen (Archwires), die die Brackets verbinden und Kräfte übertragen
  • Ligaturen oder Clips zur Fixierung der Bögen
    Festsitzende Apparaturen ermöglichen eine präzise Kontrolle der Zahnbewegung und eignen sich auch für komplexe Malokklusionen. 

Varianten festsitzender Apparaturen sind unter anderem selbstligierende Systeme (mit Clips statt elastischer Ligaturen), die Reibung reduzieren und die Mundhygiene verbessern können. 

Transparente Aligner

Transparente Aligner sind herausnehmbare, durchsichtige Schienen, die individuell angefertigt werden, um Zähne schrittweise in die gewünschte Position zu bewegen. Sie erfreuen sich zunehmender Beliebtheit aufgrund ihres unauffälligen Erscheinungsbildes und der erleichterten Mundhygiene. 

Aligner sind besonders wirksam bei leichten bis moderaten Malokklusionen wie Engständen oder Lückenständen. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit einer Serie von Schienen, die etwa 20–22 Stunden pro Tag getragen werden, wobei jedes Set ein bis zwei Wochen getragen wird, bevor zum nächsten gewechselt wird. 

Moderne Aligner-Therapien nutzen digitale Scans und computergestützte Behandlungsplanung, um aufeinanderfolgende Bewegungsphasen präzise zu gestalten. 

Mechanismus der Zahnbewegung

Kieferorthopädische Apparaturen üben sanfte, kontinuierliche Kräfte auf die Zähne aus. Diese Kräfte regen das Knochenremodelling an – Knochenabbau auf der Druckseite und Knochenaufbau auf der Zugseite – wodurch sich Zähne im Laufe der Zeit innerhalb des Kieferknochens verlagern können. Die richtige Stärke und Richtung der Kräfte ist entscheidend für eine sichere und effektive Zahnbewegung.

Behandlungsablauf

  1. Diagnose & Planung – Klinische Untersuchung, Abformungen oder digitale Scans sowie Röntgenaufnahmen
  2. Eingliederung der Apparatur – Brackets werden geklebt oder Aligner angepasst
  3. Aktive Bewegungsphase – Regelmäßige Anpassungen (bei Brackets) oder Aligner-Wechsel
  4. Retention – Tragen von Retainern nach Abschluss der Behandlung zur Stabilisierung des Ergebnisses

Klinische Relevanz

  • Verbesserte Funktion: Die Korrektur der Okklusion verbessert Kauen, Sprache und Kieferkomfort.
  • Orale Gesundheit: Gerade Zähne lassen sich leichter reinigen und reduzieren das Risiko für Karies und parodontale Erkrankungen.
  • Ästhetische Ergebnisse: Gerade Zähne fördern die Gesichtsharmonie und das Selbstvertrauen der Patientinnen und Patienten.

Sowohl konventionelle Zahnspangen als auch transparente Aligner spielen eine zentrale Rolle in der modernen Kieferorthopädie; die Wahl der Apparatur hängt von der Komplexität des Falls, den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten sowie den Behandlungszielen ab.