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Prozesse & Arbeitsabläufe

Standardisierte Verfahren von der Diagnose bis zur endgültigen Versorgung, die effiziente, präzise und reproduzierbare Ergebnisse bei Zahnbehandlungen gewährleisten.

Mundhygiene und Vorsorge

Überblick

Mundhygiene und Vorsorge konzentrieren sich auf die Erhaltung der Mundgesundheit und die Vorbeugung von Zahnerkrankungen wie Karies und Parodontitis. Präventive Strategien konzentrieren sich auf eine wirksame Plaquekontrolle, die Verwendung von Fluorid und die Anwendung von Zahnversiegelungen. Diese Maßnahmen reduzieren das Krankheitsrisiko, minimieren die Notwendigkeit restaurativer Behandlungen und unterstützen den langfristigen Erhalt der Zähne.

Die präventive Zahnmedizin ist sowohl in der klinischen Praxis als auch in der Selbstpflege der Patienten von grundlegender Bedeutung.


Zahnbelag und Plaquekontrolle

Zahnbelag

Zahnbelag ist ein weicher, klebriger Biofilm aus Bakterien, Speichel und Speiseresten, der sich auf den Zahnoberflächen ansammelt. Wenn er nicht regelmäßig entfernt wird, kann Zahnbelag:

  • Säuren produzieren, die den Zahnschmelz demineralisieren
  • zu Karies führen
  • Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) auslösen
  • zur Progression von Parodontalerkrankungen beitragen

Die Mineralisierung von Plaque führt zu Zahnstein, der professionell entfernt werden muss.

Mechanische Plaquekontrolle

Die mechanische Entfernung bleibt die wichtigste Methode zur Plaquekontrolle:

  • Zähneputzen (mit Handzahnbürste oder elektrischer Zahnbürste)
  • Interdentalreinigung (Zahnseide, Interdentalbürsten)
  • Professionelle Prophylaxe (Zahnsteinentfernung und Polieren)

Die richtige Putztechnik und regelmäßige Häufigkeit (mindestens zweimal täglich) sind entscheidend für eine wirksame Plaqueentfernung.

Chemische Plaquekontrolle

Zusätzliche chemische Mittel können sein:

  • Fluoridhaltige Zahnpasten
  • Antimikrobielle Mundspülungen
  • Chlorhexidin (kurzfristige therapeutische Anwendung)

Chemische Methoden unterstützen die mechanische Reinigung, ersetzen sie jedoch nicht.


Verwendung von Fluorid

Wirkmechanismus

Fluorid stärkt den Zahnschmelz, indem es die Remineralisierung fördert und den Stoffwechsel der Bakterien hemmt. Es fördert die Bildung von Fluorapatit, das widerstandsfähiger gegen Säureauflösung ist als Hydroxylapatit.

Fluorid hilft:

  • die Demineralisierung des Zahnschmelzes zu reduzieren
  • die Remineralisierung früher Läsionen zu verbessern
  • die Kariesinzidenz zu senken

Formen der Fluoridzufuhr

  • Topische Fluorid-Zahnpasta (tägliche Anwendung zu Hause)
  • Fluoridhaltige Mundspülungen
  • Professionelle Fluoridlacke und -gele
  • Fluoridierung des Trinkwassers

Die geeignete Fluoridkonzentration hängt vom Alter des Patienten und der Kariesrisikobewertung ab.


Zahnversiegelungen

Zahnversiegelungen sind schützende Kunststoffmaterialien, die auf die Kauflächen von Backenzähnen und Prämolaren aufgetragen werden. Diese Oberflächen weisen Vertiefungen und Risse auf, in denen sich leicht Plaque ansammelt und Karies entsteht.

Indikationen

  • Neu durchgebrochene bleibende Molaren bei Kindern und Jugendlichen
  • Patienten mit hohem Kariesrisiko
  • Tiefe Fissurenmorphologie

Vorteile

  • Schafft eine physische Barriere gegen bakterielle Besiedlung
  • Reduziert das Auftreten von Okklusalkaries
  • Minimalinvasive und kostengünstige Präventionsmaßnahme

Versiegelungen sind in der Regel lichthärtende Kunststoffe, die auf die geätzten Zahnschmelzoberflächen aufgetragen werden.


Präventive Pflege während des gesamten Lebens

Die Präventionsstrategien variieren je nach Alter und Risikofaktoren des Patienten:

  • Kinder: Frühe Fluoridierung, Versiegelungen, elterliche Aufsicht über die Mundhygiene
  • Erwachsene: Erhaltung der Parodontalgesundheit, professionelle Zahnreinigungen
  • Ältere Patienten: Behandlung von Xerostomie, Prävention von Wurzelkaries, Prothesenhygiene

Regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen ermöglichen die Früherkennung von Erkrankungen und eine individuelle Vorsorgeplanung.


Klinische Relevanz

Wirksame Mundhygiene und Vorsorge:

  • Reduzierung der Häufigkeit von Karies und Parodontalerkrankungen
  • Verringert den Bedarf an restaurativen Behandlungen
  • Unterstützen den langfristigen Erfolg von Kronen, Brücken, Implantaten und prothetischen Restaurationen
  • Trägt zur allgemeinen systemischen Gesundheit bei

Die präventive Zahnmedizin bleibt ein Eckpfeiler einer nachhaltigen, minimalinvasiven Zahnbehandlung und ergänzt moderne restaurative und digitale Arbeitsabläufe.