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Zahnrestaurationen und Anwendungen

Prothetische Lösungen wie Kronen, Brücken, Veneers und Implantate zur Wiederherstellung der Funktion und des Aussehens in der klinischen Zahnmedizin.

Begriffe zu Läsionen und Erkrankungen – Xerostomie, Abszess, Malokklusion und verwandte Begriffe

Übersicht

In der Zahnmedizin ist eine präzise Terminologie für eine genaue Diagnose, Behandlungsplanung und interdisziplinäre Kommunikation unerlässlich. Läsionen und Erkrankungen der Mundhöhle reichen von Funktionsstörungen wie Mundtrockenheit bis hin zu infektiösen Prozessen und Entwicklungsstörungen.

Dieser Artikel erläutert häufig verwendete klinische Begriffe wie Xerostomie, Abszess, Malokklusion und andere häufig auftretende orale Pathologien und Erkrankungen.


1. Xerostomie

Xerostomie bezeichnet das subjektive Gefühl von Mundtrockenheit, das in der Regel auf eine verminderte oder veränderte Speichelproduktion zurückzuführen ist. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit an sich, sondern um ein Symptom, das auf zugrunde liegende systemische Erkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten hinweisen kann.

Ursachen

  • Medikamenteninduzierte Unterdrückung der Speicheldrüsenfunktion (z. B. durch Antihypertensiva, Antidepressiva)
  • Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom
  • Strahlentherapie im Kopf- und Halsbereich
  • Dehydrierung oder systemische Erkrankungen

Klinische Auswirkungen

Speichel spielt eine entscheidende Rolle bei der Pufferung von Säuren, der Remineralisierung des Zahnschmelzes und der Kontrolle der Mundflora. Ein verminderter Speichelfluss erhöht das Risiko für:

  • Zahnkaries
  • Erosion
  • Mundinfektionen (z. B. Candidiasis)
  • Schwierigkeiten beim Schlucken oder Sprechen

Die Behandlung konzentriert sich auf die Bekämpfung der zugrunde liegenden Ursachen, die Stimulierung des Speichelflusses und die Empfehlung von Speichelersatzmitteln oder topischem Fluorid.


2. Abszess

Ein Abszess ist eine lokale Ansammlung von Eiter, die durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. In der Zahnmedizin werden Abszesse in der Regel wie folgt kategorisiert:

Periapikaler Abszess

Entsteht durch eine Infektion der Zahnpulpa, meist aufgrund von unbehandelter Karies oder einem Trauma.

Parodontaler Abszess

Entsteht durch eine Infektion im Parodontalgewebe, oft in Verbindung mit tiefen Zahnfleischtaschen.

Klinische Merkmale

  • Lokalisierte Schwellung
  • Schmerzen und Empfindlichkeit
  • Mögliches Fieber oder Lymphknotenbefall
  • Röntgenologischer Nachweis von Knochenverlust (in fortgeschrittenen Fällen)

Eine sofortige Behandlung – häufig mit Drainage, Wurzelkanalbehandlung oder Extraktion – ist erforderlich, um eine systemische Ausbreitung zu verhindern.


3. Malokklusion

Malokklusion beschreibt eine Fehlstellung der Zähne und ein falsches Verhältnis zwischen dem oberen und unteren Zahnbogen.

Klassifizierung

Malokklusionen werden üblicherweise anhand der von Edward Angle entwickelten Angle-Klassifikation klassifiziert:

  • Klasse I: Normale Molarenstellung mit Engständen oder Lücken
  • Klasse II: Zurückliegender Unterkiefer („Überbiss“)
  • Klasse III: Vorstehende Unterkiefer („Unterbiss“)

Folgen

  • Beeinträchtigte Kaufunktion
  • Sprachschwierigkeiten
  • Erhöhte Abnutzung oder Traumata
  • Ästhetische Probleme

Die kieferorthopädische Behandlung zielt darauf ab, die Zahnstellung zu korrigieren und sowohl die Funktion als auch das Aussehen zu verbessern.


4. Geschwür

Ein Mundgeschwür ist eine Verletzung der Schleimhautoberfläche, die zu einer schmerzhaften Läsion führt.

Häufige Arten sind:

  • Traumatische Geschwüre (mechanische Reizung)
  • Aphthöse Geschwüre (wiederkehrende, idiopathische Läsionen)
  • Geschwüre im Zusammenhang mit systemischen Erkrankungen

Anhaltende Geschwüre, die länger als zwei Wochen bestehen, erfordern eine weitere klinische Untersuchung.


5. Karies

Zahnkaries ist eine multifaktorielle Infektionskrankheit, die durch eine Demineralisierung der Zahnstruktur aufgrund der Säureproduktion durch Plaquebakterien gekennzeichnet ist.

Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Hoher Zuckerkonsum
  • Schlechte Mundhygiene
  • Verminderter Speichelfluss
  • Mangelnde Fluoridzufuhr

Unbehandelt kann Karies zu einer Infektion der Zahnpulpa und zur Bildung eines Abszesses führen.


6. Gingivitis und Parodontitis

Gingivitis

Eine reversible Entzündung des Zahnfleisches, die in erster Linie durch Plaqueansammlungen verursacht wird. Zu den Symptomen gehören Rötungen, Schwellungen und Blutungen bei der Untersuchung.

Parodontitis

Eine fortgeschrittene entzündliche Erkrankung, die die stützenden Parodontalstrukturen befällt und zu Attachmentverlust und Knochenzerstörung führt. Unbehandelt kann sie zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen.


7. Zyste

Eine Mundhöhlenzyste ist eine pathologische Höhle, die mit Epithel ausgekleidet und typischerweise mit Flüssigkeit oder halbfestem Material gefüllt ist.

Beispiele hierfür sind:

  • Radikuläre Zysten (im Zusammenhang mit devitalen Zähnen)
  • Dentige Zysten (im Zusammenhang mit impaktierten Zähnen)

Die radiologische Untersuchung ist für die Diagnose und Behandlungsplanung unerlässlich.


8. Bruxismus

Bruxismus ist das unwillkürliche Knirschen oder Pressen der Zähne, das häufig während des Schlafs auftritt.

Klinische Anzeichen können sein:

  • Zahnabnutzung (Attrition)
  • Kieferschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Beschwerden im Kiefergelenk

Die Behandlung kann Okklusionsschienen und Strategien zum Stressmanagement umfassen.


Klinische Relevanz

Das Verständnis der Terminologie zu Läsionen und Erkrankungen ermöglicht eine genaue Dokumentation, Diagnose und Kommunikation innerhalb des zahnärztlichen Teams. Das frühzeitige Erkennen von Symptomen wie Xerostomie oder Abszessbildung kann durch rechtzeitige Intervention die Behandlungsergebnisse für den Patienten erheblich verbessern.

Eine klare Terminologie unterstützt auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen allgemeiner Zahnmedizin, Kieferorthopädie, Oralchirurgie und Parodontologie.