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CAD/CAM in der Zahntechnik: Grundlagen, Arbeitsabläufe und Vorteile für Dentallabore

| Digitale Zahnmedizin, Arbeitsabläufe

Die Digitalisierung hat die moderne Zahnmedizin und Zahntechnik grundlegend verändert. Was früher physische Abdrücke, Gipsmodelle und manuelle Handwerkskunst erforderte, lässt sich heute durch vollständig digitale Arbeitsabläufe mit bemerkenswerter Präzision und Effizienz realisieren.

Im Zentrum dieses Wandels steht die CAD/CAM-Technologie.

Heute ermöglichen CAD/CAM-Systeme Dentallaboren und Zahnarztpraxen, Restaurationen schneller, gleichmäßiger und präziser als je zuvor zu entwerfen und herzustellen. Ob bei der Herstellung von Kronen, Brücken, Implantatversorgungen, chirurgischen Schablonen oder Vollbogenprothesen – digitale Arbeitsabläufe sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil der modernen dentalen Fertigung geworden.

Dieser Leitfaden erläutert die Grundlagen der CAD/CAM-Zahntechnik, beschreibt den gesamten digitalen Arbeitsablauf, gibt einen Überblick über gängige CAD/CAM-Materialien und vergleicht Chairside- und Laborlösungen.

 

1. Was versteht man unter CAD/CAM in der Zahntechnik?

CAD/CAM steht für:

  • CAD (Computer-Aided Design) 
  • CAM (Computer-Aided Manufacturing) 

Zusammen ermöglichen diese Technologien die digitale Konstruktion und automatisierte Fertigung von Zahnersatz.

CAD: Der digitale Konstruktionsprozess

Die CAD-Komponente ist für die virtuelle Erstellung der Restauration zuständig.

Mithilfe spezieller dentaler Software können Zahntechniker oder Zahnärzte folgende Restaurationen entwerfen:

  • Kronen 
  • Brücken 
  • Inlays 
  • Onlays 
  • Veneers 
  • Implantatversorgungen 
  • Zahnersatz 
  • Chirurgische Schablonen 

Die Software wandelt Scandaten in ein dreidimensionales digitales Modell um und bietet Werkzeuge zur Gestaltung hochpräziser Restaurationen.

Moderne Systeme wie die icam-CAD-Software unterstützen:

  • Automatische Randerkennung 
  • Zahnbibliotheken 
  • Okklusionsanalyse 
  • Kontaktoptimierung 
  • Implantat-Workflows 
  • Ganzkiefer-Design 

Das Ergebnis ist eine fertigungsreife digitale Restauration.

CAM: Der Fertigungsprozess

Sobald das Design fertiggestellt ist, generiert die CAM-Software die Frässtrategie.

Die Software legt Folgendes fest:

  • Werkzeugauswahl 
  • Fräsbahnen 
  • Materialparameter 
  • Maschinenbewegungen 
  • Bearbeitungszeiten 

Die Restauration wird anschließend automatisch von einer Fräsmaschine, beispielsweise einem coritec® CAD/CAM-System, gefertigt.

Die Kombination aus CAD und CAM schafft einen nahtlosen digitalen Arbeitsablauf vom Entwurf bis zur Fertigung.

2. Warum CAD/CAM zum Standard geworden ist

Mehrere Faktoren haben zur breiten Einführung der CAD/CAM-Technologie in Dentallaboren beigetragen.

Wachsende Nachfrage nach Effizienz

Patienten erwarten zunehmend:

  • Schnellere Behandlungszeiten 
  • Weniger Termine 
  • Hochästhetische Restaurationen 
  • Digitale Arbeitsabläufe 

Die CAD/CAM-Technologie erfüllt diese Erwartungen und verbessert gleichzeitig die Produktionseffizienz.

Verbesserte Fertigungspräzision

Digitale Arbeitsabläufe eliminieren viele Variablen, die bei herkömmlichen Methoden auftreten.

Zu den Vorteilen gehören:

  • Gleichbleibende Qualität 
  • Präzise Passformen 
  • Weniger Nacharbeiten 
  • Bessere Dokumentation 
  • Vorhersehbare Ergebnisse 

Erweiterte Materialauswahl

Moderne CAD/CAM-Systeme können zahlreiche Materialien mit unterschiedlichen klinischen Indikationen verarbeiten.

Diese Flexibilität ermöglicht es Labors, ein breiteres Spektrum an Restaurationen anzubieten und gleichzeitig effiziente Arbeitsabläufe beizubehalten.

3. Der digitale Arbeitsablauf Schritt für Schritt

Der CAD/CAM-Arbeitsablauf besteht aus mehreren miteinander verbundenen Schritten, durch die Patientendaten in eine fertige Restauration umgewandelt werden.

Schritt 1: Digitales Scannen

Jeder digitale Arbeitsablauf beginnt mit der Datenerfassung.

Dies kann erfolgen mithilfe von:

  • Intraorale Scanner 
  • Laborscanner 
  • Modellscanner 

Der Scanner erfasst das Gebiss des Patienten und erstellt ein präzises digitales Modell.

Im Vergleich zu herkömmlichen Abdrücken bietet das digitale Scannen folgende Vorteile:

  • Mehr Komfort für den Patienten 
  • Schnellere Datenübertragung 
  • Hohe Genauigkeit 
  • Sofortige Überprüfung 

Die daraus resultierende Datei dient als Grundlage für die Gestaltung der Restauration.

Schritt 2: Restaurationsplanung mit icam

Die Scandaten werden in eine CAD-Software wie icam importiert.

Hier wird die Restauration digital entworfen.

Zu den typischen CAD-Funktionen gehören:

  • Randidentifikation 
  • Anatomische Zahngestaltung 
  • Okklusale Anpassung 
  • Optimierung der Kontaktpunkte 
  • Integration einer Implantatbibliothek 
  • Automatische Restaurationsvorschläge 

Die Software ermöglicht es Zahntechnikern, hochdetaillierte Restaurationen effizient zu erstellen und dabei die Kontrolle über jeden Designparameter zu behalten.

Schritt 3: Erstellung der CAM-Strategie

Nach der Freigabe des Entwurfs gelangt die Restauration in die CAM-Phase.

Die CAM-Software wandelt das Design in maschinenlesbare Anweisungen um.

Die Software berechnet:

  • Fräsbahnen 
  • Werkzeugbewegungen 
  • Materialspezifische Parameter 
  • Bearbeitungsstrategien 

Optimierte CAM-Strategien tragen zur Verbesserung bei:

  • Oberflächenqualität 
  • Fräsgeschwindigkeit 
  • Werkzeugstandzeit  
  • Präzision der Restauration 

Schritt 4: Fertigung mit coritec

Die fertige CAM-Datei wird an die Fräsmaschine übertragen.

Moderne Systeme wie die coritec®-Fräsplattform fertigen die Restauration automatisch aus einem ausgewählten Materialrohling oder einer Scheibe.

Je nach Maschine und Material kann die Fertigung Folgendes umfassen:

  • Trockenfräsen 
  • Nassfräsen 
  • Schleifen 
  • Hybridbearbeitung 

Der Fräsprozess wandelt das digitale Design in eine physische Restauration um.

Schritt 5: Endbearbeitung und Nachbearbeitung

Nach dem Fräsen kann eine zusätzliche Bearbeitung erforderlich sein.

Beispiele hierfür sind:

  • Zirkon-Sintern 
  • Kristallisation von Lithiumdisilikat 
  • Färben und Glasieren 
  • Polieren  
  • Charakterisierung  

Der erforderliche Endbearbeitungsprozess hängt vom gewählten Material ab.

Schritt 6: Klinische Übergabe

Die fertige Restauration wird geprüft, endbearbeitet und für das Einsetzen vorbereitet.

Der abgeschlossene Arbeitsablauf liefert eine Restauration, die Folgendes vereint:

  • Hohe Präzision 
  • Funktionale Zuverlässigkeit 
  • Ästhetische Qualität 
  • Effiziente Fertigung 

Empfohlene Grafik

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Digitaler Arbeitsablauf:
Scan → icam-CAD-Konstruktion → CAM-Strategie → coritec-Fräsen → Sintern/Nachbearbeitung → Fertige Restauration

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4. Welche Materialien können verarbeitet werden?

Einer der größten Vorteile moderner CAD/CAM-Systeme ist ihre Fähigkeit, eine breite Palette an Dentalmaterialien zu verarbeiten.

Jedes Material weist einzigartige Eigenschaften und klinische Indikationen auf.

Zirkonoxid

Zirkon ist zu einem der wichtigsten Materialien in der modernen restaurativen Zahnmedizin geworden.

Zu den Vorteilen gehören:

  • Hohe Biegefestigkeit 
  • Hervorragende Haltbarkeit 
  • Biokompatibilität  
  • Langzeitstabilität 
  • Verbesserte Transluzenz 

Typische Indikationen:

  • Kronen 
  • Brücken 
  • Implantatversorgungen 
  • Vollbogenprothesen 

Nach dem Fräsen muss Zirkonoxid gesintert werden, um seine endgültigen Eigenschaften zu erreichen.

Lithiumdisilikat (LiDi)

Lithiumdisilikat ist eine Glaskeramik, die für ihre hervorragende Ästhetik bekannt ist.

Zu den Vorteilen gehören:

  • Natürliche Transluzenz 
  • Hervorragende Ästhetik 
  • Starke Adhäsion 
  • Glatte Oberflächenbeschaffenheit 

Typische Indikationen:

  • Veneers 
  • Inlays 
  • Onlays 
  • Einzelkronen 

Nach dem Fräsen muss Lithiumdisilikat einem Kristallisationsbrand unterzogen werden.

CoCr (Kobalt-Chrom)

CoCr ist nach wie vor ein wertvolles Material für bestimmte restaurative Anwendungen.

Zu den Vorteilen gehören:

  • Hohe Festigkeit 
  • Kosteneffizienz 
  • Langlebigkeit  

Typische Indikationen:

  • Metallgerüste 
  • Implantatstege 
  • Teilprothesen 

Viele moderne Frässysteme können CoCr-Scheiben effizient bearbeiten.

PMMA

PMMA wird häufig für provisorische Restaurationen und Laboranwendungen verwendet.

Zu den Vorteilen gehören:

  • Einfache Verarbeitung 
  • Geringe Kosten 
  • Schnelle Herstellung 
  • Hohe Vielseitigkeit 

Zu den Anwendungsbereichen gehören:

  • Provisorische Versorgungen  
  • Probeprothesen 
  • Chirurgische Schablonen 

PEEK

PEEK ist ein Hochleistungspolymer, das in der digitalen Zahnmedizin zunehmend zum Einsatz kommt.

Zu den Vorteilen zählen:

  • Geringes Gewicht 
  • Hohe Biokompatibilität 
  • Stoßdämpfung 
  • Metallfreie Restaurationen 

Zu den Anwendungsbereichen gehören:

  • Gerüste  
  • Implantatprothetik 
  • Provisorische Restaurationen 

Mit dem Fortschritt in der Materialwissenschaft unterstützen CAD/CAM-Systeme immer wieder neue und innovative Materialien.

5. Chairside- vs. Labor-Workflows: Was ist sinnvoller?

Eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Einführung der CAD/CAM-Technologie ist die Festlegung, ob die Fertigung am Behandlungsstuhl oder im Dentallabor erfolgen soll.

Die Antwort hängt von den Anforderungen an den Arbeitsablauf, dem Produktionsvolumen und den Unternehmenszielen ab.

Chairside-Fertigung

Chairside-Systeme ermöglichen es Zahnärzten, Restaurationen direkt in der Praxis zu entwerfen und herzustellen.

Ein typisches Beispiel ist der coritec ONE-Arbeitsablauf.

Zu den Vorteilen gehören:

  • Zahnmedizin am selben Tag 
  • Weniger Termine 
  • Sofortige Bereitstellung 
  • Mehr Komfort für den Patienten 
  • Wegfall von provisorischen Restaurationen 

Chairside-Systeme eignen sich besonders für:

  • Einzelkronen 
  • Inlays 
  • Onlays 
  • Veneers 
  • Kleinere Restaurationen 

Laborfertigung

Zahnlabore arbeiten in der Regel mit größeren und vielseitigeren Fertigungssystemen.

Beispiele hierfür sind:

  • coritec 350i 
  • coritec 650i 

Zu den Vorteilen gehören:

  • Höhere Produktionskapazität 
  • Mehrschichtbetrieb 
  • Fortschrittliche Automatisierung 
  • Breiteres Materialportfolio 
  • Arbeitsabläufe für Implantate und Vollbogen 

Laborsysteme sind ausgelegt für:

  • Große Restaurationsvolumina 
  • Komplexe Implantatfälle 
  • Vollbogenprothetik 
  • Produktivität auf industriellem Niveau 

Vergleichsübersicht

Faktor

Chairside (coritec ONE)

Labor (350i / 650i)

ProduktionsvolumenNiedrig bis mittelMittel bis hoch
Restaurationen am selben TagHervorragendEingeschränkt
AutomatisierungMäßigHoch
MaterialauswahlMäßigUmfangreich
ImplantatfälleGutHervorragend
VollbogenversorgungenBegrenztHervorragend
InvestitionsvolumenNiedrigerHöher

Für viele Einrichtungen ergänzen sich die Arbeitsabläufe am Behandlungsstuhl und im Labor, anstatt sich gegenseitig zu ersetzen.

6. Vorteile gegenüber der herkömmlichen Zahntechnik

Zwar sind traditionelle Arbeitsabläufe nach wie vor klinisch wirksam, doch bietet die digitale Zahnmedizin mehrere wesentliche Vorteile.

Verbesserte Genauigkeit

Digitale Arbeitsabläufe reduzieren manuelle Schwankungen und verbessern die Konsistenz.

Zu den Vorteilen gehören:

  • Präzise Passform 
  • Präzise Ränder 
  • Bessere Okklusion 
  • Vorhersehbare Ergebnisse 

Schnellere Fertigung

Die digitale Fertigung verkürzt die Fertigungszeiten erheblich.

Zu den Vorteilen gehören:

  • Kürzere Durchlaufzeiten 
  • Schnellere Lieferung 
  • Verbesserte Effizienz 
  • Höherer Durchsatz 

Reproduzierbarkeit

Digitale Daten können unbegrenzt gespeichert und bei Bedarf wiederhergestellt werden.

Dies ermöglicht:

  • Gleichbleibende Qualität 
  • Einfache Nachfertigung 
  • Standardisierung der Arbeitsabläufe 
  • Verbesserte Dokumentation 

Verbesserte Kommunikation

Digitale Arbeitsabläufe erleichtern die Zusammenarbeit zwischen:

  • Zahnärzten 
  • Labore  
  • Fräszentren 
  • Fachärzten  

Dateien können sofort übertragen werden, ohne dass ein physischer Versand erforderlich ist.

Skalierbarkeit

Bei steigendem Produktionsbedarf lassen sich digitale Arbeitsabläufe einfacher ausbauen als herkömmliche Fertigungsmethoden.

Zusätzliche Scanner, Softwarelizenzen und Frässysteme lassen sich in bestehende Arbeitsabläufe integrieren.

7. Die Zukunft der CAD/CAM-Zahntechnik

Die digitale Zahnmedizin entwickelt sich weiterhin rasant weiter.

Zu den aktuellen Trends gehören:

  • KI-gestütztes Design 
  • Cloud-basierte Arbeitsabläufe 
  • Automatisierte Verschachtelung 
  • Digitale Zahnersatzlösungen 
  • Fortschrittliche Werkstoffe 
  • Integrierte Fertigungsökosysteme 

Mit dem technologischen Fortschritt werden CAD/CAM-Systeme noch effizienter, präziser und zugänglicher.

Labore und Praxen, die heute in digitale Arbeitsabläufe investieren, sichern sich damit langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum.


Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine CAD/CAM-Fräsmaschine?

Die Kosten variieren je nach Maschinengröße, Automatisierungsgrad und Leistungsumfang. Einstiegssysteme sind bereits im unteren fünfstelligen Bereich erhältlich, während fortschrittliche Laborsysteme mit Automatisierung deutlich höhere Investitionen erfordern können.

Welche Software benötige ich für die CAD/CAM-Zahnmedizin?

Ein vollständiger Arbeitsablauf erfordert in der Regel CAD-Software für das Design von Restaurationen und CAM-Software für die Erstellung von Fertigungsstrategien. Integrierte Lösungen wie icam helfen dabei, beide Prozesse zu optimieren.

Können alle dentalen Materialien gefräst werden?

Nein. Zwar lassen sich viele Materialien fräsen, doch jedes erfordert spezifische Verarbeitungsparameter. Zu den gängigen CAD/CAM-Materialien zählen Zirkonoxid, Lithiumdisilikat, PMMA, PEEK, Kompositmaterialien, Titan und CoCr.

Ist CAD/CAM präziser als herkömmliche Verfahren?

In vielen Fällen bieten digitale Arbeitsabläufe im Vergleich zu herkömmlichen analogen Techniken eine höhere Konsistenz, verbesserte Reproduzierbarkeit und hochpräzise Restaurationen.

Können kleine Labore von CAD/CAM profitieren?

Ja. Moderne CAD/CAM-Systeme sind für eine breite Palette von Laborgrößen und Produktionsanforderungen erhältlich, von kompakten Lösungen bis hin zu vollautomatisierten industriellen Arbeitsabläufen.

 

Fazit

Die CAD/CAM-Technologie ist zur Grundlage der modernen dentalen Fertigung geworden. Durch die Kombination von digitalem Design, intelligenten CAM-Strategien und fortschrittlichen Frässystemen können Labore und Praxen hochpräzise Restaurationen schneller und konsistenter als je zuvor herstellen.

Ob als Chairside-Workflow mit dem coritec ONE oder als leistungsstarke Laborlösung mit dem coritec 350i oder 650i – die CAD/CAM-Technologie bietet messbare Vorteile in Bezug auf Effizienz, Präzision und Skalierbarkeit. Angesichts der fortschreitenden Entwicklung der digitalen Zahnmedizin werden CAD/CAM-Arbeitsabläufe auch weiterhin ein wichtiger Motor für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit von Dentallaboren weltweit sein.